Verzweifelter Projektmanager - Ein sensationelles Ergebnis in nur zwei Sitzungen

| Ulrich Dehner

Als der Klient ins Coaching kam, wirkte er sehr verzweifelt. Sein Ziel: Die Arbeit sollte ihm wieder Spaß machen und er wollte sich selbst „neu sortieren“. Als Projektmanager in der Software-Entwicklungs-Branche hatte er ein für seine Firma äußerst wichtiges und umfangreiches Projekt zu verantworten. Doch er fürchtete zunehmend mehr, damit grandios zu scheitern. Der Druck, den er erlebte setzte ihm sosehr zu, dass er gerade eine Magenentzündung hinter sich hatte, und dass er auch in seiner wenigen Freizeit keine wirkliche Entspannung fand, denn er war zu keiner Lebensfreude mehr fähig. Er konnte sich zu nichts mehr aufraffen, was ihm früher Spaß gemacht hatte, es bereitete ihm am Wochenende Mühe, überhaupt das Bett zu verlassen - und manchmal blieb er einfach liegen. Das half ihm aber auch nicht, sondern trug noch dazu bei, seine gereizte Stimmung zu verstärken.

Im Projekt selbst lief in seinen Augen gerade alles schief, Kundentermine müssen immer wieder verschoben werden, was ihm großes Magendrücken verursacht. Auf der anderen Seite gibt es auf Kundenseite einen Perfektionisten, der, ohne auf Prioritäten Rücksicht zu nehmen, auch den kleinsten Fehler aufspürt, was den Klienten und sein Team eine Unmenge Zeit kostet. Nichts im Projekt erfüllte die Erwartungen des Klienten und dabei merkte er auch selbst, dass es ihm schwerfiel, sich gut zu organisieren.

Mit dieser Zustandsbeschreibung bot der Klient das Bild eines Menschen, der gerade dabei war, total den Überblick zu verlieren, bzw. ihn schon verloren hatte. Außerdem war klar, dass er in einem permanenten Alarm-Zustand lebte, hervorgerufen durch die Angst, mit diesem so wichtigen Projekt zu scheitern. Auch dieser Alarm-Zustand bereitete ihm große Sorgen, denn: „Ich weiß überhaupt nicht, was los ist mit mir, ich kenne das überhaupt nicht! Ich bin immer sehr gern zur Arbeit gegangen, aber im Moment muss ich mich zwingen.“

In der ersten Coachingsitzung analysierten wir zunächst seine Art der Selbstorganisation, die alles andere als optimal war. Als zweites wurde deutlich, wie schwer es dem Klienten fällt, sich dem Kunden gegenüber abzugrenzen. Er gab selbst solchen Kundenwünschen nach, die aus Projektsicht unsinnig oder unvernünftig waren. Durch dieses Bestreben, es dem Kunden in allem Recht zu machen, kam es zu permanenten Änderungen, die die ganze Projektgruppe belasteten.

Wir arbeiteten in der ersten Sitzung zunächst Wege und Möglichkeiten heraus, das Projekt besser zu strukturieren und sein Selbstmanagement zu verbessern. Im Coaching wurde aber auch sehr deutlich, dass, wenn wir seinen Alarmzustand nicht beendeten, der Klient immer wieder zwischen allen Tätigkeiten hin und her springen würde. Der innere Alarm, die Angst vor dem Scheitern, würde immer aufs Neue verhindern, dass er strukturiert arbeitet. Ich bot dem Klienten deshalb an, ein IntrovisionCoaching mit ihm zu machen.

IntrovisionCoaching ist eine schnelle, elegante Möglichkeit mit wenig zeitlichem Aufwand großartige Veränderungen zu erzielen. Ursprünglich an der Universität Hamburg entwickelt, haben wir aus einer Methode, die Lehrern helfen sollte, ihren Stress zu bewältigen, ein Coachingformat gemacht, das zu beeindruckenden Resultaten führt. Mit IntrovisionCoaching lassen sich Stress, innere Blockaden, negative Denkmuster und Glaubenssätze dauerhaft auflösen. Selbst fest verankerte, kontra-produktive Verhaltensmuster, die resistent gegen Veränderungen schienen, machen „plötzlich“ dem neuen, gewünschten Verhalten Platz.

Wenn jemand eine belastende oder schlimme Situation erlebt - sei es mehrfach, vielleicht intensiv über mehrere Jahre hinweg in Kindheit oder Jugend, oder sei es im Falle eines Traumas nur ein einziges, aber dafür umso eindrücklicheres Mal - kann sich ein Alarm in der Amygdala bilden. Die Amygdala ist Teil des limbischen Systems, das Informationen sowohl aus dem Organismus, als auch Botschaften von außen verarbeitet und sie bewertet.

Der Alarm, der sich, aus welchem Grund auch immer, in der Amygdala installiert hat, warnt: „Achtung - höchste Gefahr! Diese Situation ist unter allen Umständen zu vermeiden!“ Und der Alarm wird in Zukunft immer dann sofort anspringen, wenn, tatsächlich oder vermeintlich, die Gefahr besteht, dass sich die Situation genauso entwickelt, wie es unter keinen Umständen sein darf. Dieser Alarmzustand, in den jemand geraten kann, ist eine Stressreaktion, die in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit eine überlebenswichtige Rolle gespielt hat. Denn die von der Amygdala initiierte augenblicklich Ausschüttung von Stress-Hormonen befähigt den Menschen, von Null auf Hundert Höchstleistungen zu erbringen, um zu fliehen oder zu kämpfen.

Da der Alarm in der Amygdala Bestandteil einer Überlebensreaktion war, springt er so schnell an, dass rationale Überlegungen, die im viel langsameren Großhirn ihren Ursprung haben, für gewöhnlich nichts dagegen ausrichten können, denn sie kommen immer erst im Nachhinein. Die Amygdala macht dabei keinen Unterschied, ob die Situation im Moment tatsächlich gefährlich ist oder ob sie nur auf Grund vergangener Erfahrungen von uns als gefährlich eingestuft wird - die Stressreaktion ist die gleiche. Dieser innere Stresszustand zwingt den Menschen, sich auf eine ganz bestimmt Art und Weise zu verhalten, selbst wenn das sogar in seinen eigenen Augen gar keinen Sinn macht. Doch alle hinterher getroffenen Entschlüsse, es beim nächsten Mal aber wirklich anders zu machen, verpuffen - schrillen die Alarmglocken erst einmal, setzen sofort die alten Gefühle ein mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen und schon folgt man dem altbekannten Handlungsmuster, das irgendwann einmal als „Überlebensstrategie“ eingesetzt wurde - vielleicht weil man als Kind keine Verhaltensalternative hatte.

Der Sinn eines jeden Alarms besteht darin, eine Handlung auszulösen: Flucht, Kampf oder sich Totstellen, wobei die moderne Form des sich Totstellens wahrscheinlich die Anpassung/ Unterwerfung ist. Ein Alarm allerdings, auf den keiner reagiert, ist sinnlos! Da unser Gehirn ein viel zu effizientes Organ ist, um sich eine sinnlose Verschwendung von Energie - und ein Alarm kostet viel Energie! - zu leisten, wird es den Alarm löschen, wenn keine Reaktion mehr erfolgt.

An diesem Punkt setzt IntrovisionCoaching an: Mit dieser Methode lässt man den Alarm in der Amygdala leerlaufen, sodass jene Reize, die ihn bislang triggerten, keine Reaktion mehr auslösen. IntrovisionCoaching bedient sich dabei einer Form der Achtsamkeitstechnik aus dem „Mindfulness Based Stress Reduction“ - Programm, die sich von den Klienten noch während der ersten Sitzung erlernen lässt. Diese weitgehend meditative Technik besteht darin, eine innere Haltung einzunehmen, bei der man, ohne zu bewerten rein beobachtend wahrnimmt, welche Gedanken kommen und gehen, welche Gefühle sich einstellen und welche körperlichen Reaktionen auftreten, wenn man sich dem Alarm auslösenden Gedanken aussetzt, den Coach und Klient vorher gemeinsam erarbeitet haben. Um Veränderungen während der Arbeit mit IntrovisionCoaching feststellen und einordnen zu können, bewertet der Klient auf einer Skala von 1 bis 10 den Grad seines Alarmzustands.

Wichtig für die Arbeit mit IntrovisionCoaching ist, dass der Klient auch zu Hause die Übung weiter durchführt, entweder bis sein Alarm bei Null angekommen ist oder bis zur nächsten Sitzung. Die Übungen müssen auf jeden Fall weitergeführt werden, bis der Alarm gänzlich bei Null ist, denn jeder noch vorhandene Rest-Alarm kann sich, wenn der Reiz nur hoch genug ist oder sich das äußere Stress-Level erhöht, kann sich wieder aufschaukeln. Das passiert jedoch nicht, wenn der Alarm gelöscht ist - dann bleibt er ein für alle Mal verschwunden.

Um den inneren Alarm des Klienten zu aktivieren, haben wir mit dem Satz gearbeitet „Es kann sein, dass ich mit meinem Projekt total scheitere und dann abgelehnt werde“. Der Alarm schien zunächst gar nicht so hoch zu sein, nur etwa vier oder fünf auf einer Skala von zehn, doch ich riet dem Klienten, seine Übungen zu Hause trotzdem mit diesem Satz zu machen. Wie sich das für ihn ausgewirkt hat, zeigen seine E-Mails, die mit seiner Erlaubnis hier veröffentlicht werden dürfen.

In der zweiten Sitzung haben wir uns noch einmal gründlich mit seiner Selbstorganisation beschäftigt und Wege erarbeitet, wie er sein Selbstmanagement optimieren kann. Anschließend bearbeiteten wir mit IntrovisionCoaching einen zweiten Alarm, der sich durch den Satz auslösen ließ „Es kann sein, dass ich mich abgrenze und dann total abgelehnt werde“. Und welch eine revolutionäre Wende das für ihn gebracht hat, können Sie ebenfalls in seinen E-Mails nachlesen.

In nur drei Wochen eine so komplette Veränderung seines Gefühlslebens, seiner ganzen Lebenshaltung zu erleben, hätte sich der Klient zu Beginn des Coaching noch nicht einmal im Traum vorstellen können. Wir machen solche Erfahrungen mit IntrovisionCoaching ständig. Deshalb ist diese Methode in unseren Augen die perfekte Ergänzung zu allen anderen Coaching-Tools, die selbstverständlich, auch das zeigt dieser Fall exemplarisch, ebenfalls gebraucht werden. Doch mit herkömmlichem Coaching allein wäre dem Klienten ganz sicher nicht so schnell und gründlich zu helfen gewesen. Das macht IntrovisionCoaching so einzigartig.