Renates Kolumne: Aschmi? Flako? Kommt Ihnen spanisch vor?

Fastnacht ist vorbei und unter dem Gesichtspunkt eigentlich kalter Kaffee, ich muss aber trotzdem nochmal darauf zurückkommen. Der Konflikt, der sich zwischen alemannischen Narren und dem Deutschen Patent- und Markenamt entzündet hat, ist nämlich für mich ein Eins-A-Aufhänger für ein viel grundlegenderes Anliegen. Also, der Aufhänger: Ein irregeleiteter Gschaftlhuber hat sich den Begriff „Schmudo“ patentrechtlich zusichern lassen. Was sich das Patentamt dabei gedacht hat, bleibt wohl für immer in den dunklen Büro-Schubladen verborgen, wo die Beamten ihren Alkohol aufbewahren. Die Entscheidung bedeutet jedenfalls, dass der Begriff nun ihm gehört, so dass jeder, der ihn benutzt, ohne eine entsprechende Gebühr an den Gschaftlhuber zu überweisen, eine Eigentumsverletzung begeht und sich strafbar macht. „Schmudo“ ist die dämliche Abkürzung, deren sich sogar der hiesige „Südkurier“ bedient, für den „Schmutzigen Donnerstag“, im Konstanzer Sprachgebrauch auch „Schmotziger Dunschtig“ geheißen. Die Konstanzer Narren haben es also insofern gut, als sie, wenn ihnen der „Schmudo“ schon verwehrt wird, auf den „Schmodu“ zurückgreifen könnten. 

So, ich denke, jetzt sind Sie im Bilde. Nun zu meinem Anliegen: Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, sich auf diesem Weg eine geradezu geniale neue Erwerbsmöglichkeit zu sichern? Wenn Sie nicht zufälligerweise einen AfD-Abgeordneten in der Verwandtschaft haben und sich auf diese Weise ein leichtes Einkommen verschaffen können, bietet sich hier eine grandiose Möglichkeit. Für den Tipp zum schnellen Geld berechne ich Ihnen noch nicht mal was! Also, wenn Sie noch nicht dahintergekommen sind, was ich meine: ich will Ihnen auf die Sprünge helfen. In anderen Gegenden Deutschlands heißt der Donnerstag vor Fastnacht „Weiberfastnacht“ oder „Wiewerfastelavond“. Lassen Sie sich doch recht bald die Begriffe „Wefa“ oder „Wiefalav“ patentieren. Im karnevalsversessenen Rheinland könnten Sie einen Haufen Geld damit verdienen. Und wenn wir schon dabei sind, es bieten sich selbstverständlich auch der „Romo“ und der „Fadi“ an und nicht vergessen dürfen wir den „Aschmi“. Selbstredend soll der „Fadi“ keine Wertung darstellen, auch wenn an diesem Tag vielerorten die Luft schon ziemlich raus ist aus dem Spaß.

Aber wir brauchen uns natürlich keineswegs auf die „tollen Tage“ zu beschränken, Narren und närrische Einfälle gibt es, wie wir wissen, das ganze Jahr über. Und gruselige Abkürzungen auch. Hat sich irgendjemand schon das Patent auf die „Öffis“ gesichert? Oder die „Studis“? In dem Zusammenhang frage ich mich natürlich, weshalb es eigentlich keine „Schülis“ gibt. Ich glaube, ich muss mal beim Deutschen Patent- und Markenamt vorstellig werden. Da werde ich auch gleich vorschlagen, dass man sich in Zukunft den von mir markenrechtlich geschützten „Persau“ im „BüBü“ abholt.

Um Sprache zu verhunzen, braucht man sie jedoch noch nicht einmal mit dämlichen Aküs zu zerhacken. Gewalttätiger Missbrauch von Sprache findet sich auch nicht nur bei uns, Achtung aufgepasst!, Normalos, sondern ebenfalls und besonders gern in hohen und höchsten Chefetagen. Unter der Überschrift „Bullshit für Business-Kasper“ wurde in der Süddeutschen Zeitung das, ich zitiere, „pseudoschlaue Kauderwelsch“, das sich so gut in Meetings auch auf der CEO- Ebene macht, entlarvt. Der Psychologe Shane Littrell von der Cornell University hat eine Studie zum Thema durchgeführt und eine Skala erstellt, mit deren Hilfe man erkennen können soll, wie empfänglich Menschen für Bullshit im Business-Milieu sind. Er gab den Probanden unter anderen folgenden Satz vor: „Dieser synergetische Blick auf unsere Thought Leadership wird sicherstellen, dass wir unsere Inhalte entkernen und Reputationsdefizite in Bezug auf unsere Kernaussagen so effektiv wie möglich vermeiden, um unseren nachhallenden Fokus auslaufen zu lassen.“

Wer, so das Fazit dieser und ähnlicher Studien, auf solchen Bullshit hereinfällt, glaubt auch sonst leichter Quatsch und verbreitet ihn weiter, denn „er neigt generell zu einem wenig analytischen Denkstil“. Er ist, um beim oben angeschnittenen Thema zu bleiben, ein Flako*. 

*Flachkopf



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